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Michael Morpurgo, Schicksalsgefährten, mit Bildern von Francois Place,
Carlsen, 2004, 186 Seiten, 14,50 €
Ein im Wortsinne merkwürdiges Buch. Ein Pferd erzählt, wie es den Ersten
Weltkrieg erlebt und erleidet. Das Leiden der Menschen und der Pferde im
Krieg wird in einer verständlichen Sprache erzählt und mit konventionellen,
aber eindringlichen Aquarellen von Place illustriert.
Krieg aus der Perspektive eines Pferdes erzählt, das ist
gewöhnungsbedürftig, aber nicht ohne Reiz. Der Schrecken, das Leid und die
Trauer, die der Krieg verursacht, werden unpathetisch dargestellt.
Joey, das Pferd, wird zur britischen Armee eingezogen, fällt in deutsche
Hände, wird von einem französischen Bauernmädchen gesund gepflegt. So
grausam der Krieg ist, auch dies ist eine Perspektive dieses Buches: Liebe
zu Pferden ist international, sie passt nicht in ein kriegerisches
Freund-Feind -Schema. In unseren Geschichtsbüchern ist der Krieg nur aus
deutscher Perspektive kennen zu lernen.
Für Joey gibt es sogar ein glückliches Ende. Es wird von dem Bauernsohn
wiedergefunden, der es in den Krieg ziehen lassen musste.
Michael Morpurgo ist Lehrer gewesen. Er hat über 90 Bücher geschrieben. In
England ist er ein preisgekrönter Kinderbuchautor. Auch in deutsche
Lesebücher hält er gerade Einzug. Inspiriert wurde Morpurgo, so kann
vermutet werden, von einem Denkmal, das unlängst am Londoner Hyde-Park
enthüllt wurde. Es gedenkt der Kriegseinsätze von Tieren auf alliierter
Seite.
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